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Ginkgo biloba: Welche Wirkung ist bewiesen, welche nicht?

30.12.2019 11:03 / vitalundfitmit100 GmbH

ginkgo biloba

Ginkgo biloba wurde bereits im 18. Jahrhundert nach Europa gebracht. Doch erst seit wenigen Jahren erlebt der Baum seinen "Durchbruch". Seine potentiellen Wirkungsmechanismen werden gelobt und immer mehr Produkte werden angeboten. Woher der Baum stammt, welche Inhaltsstoffe er hat und bei welchen Beschwerden er helfen kann, erfährst Du in diesem Beitrag…

Was ist Ginkgo biloba?

In den letzten Jahren ist Ginkgo biloba bzw. der Ginkgobaum immer bekannter geworden. Das liegt vor allem daran, dass auch auf dem europäischen Markt immer neue Produkte mit Ginkgo-Extrakten auftauchen, die versprechen, sehr viele unterschiedliche Effekte auf den menschlichen Körper zu haben.

Dabei ist Ginkgo mitnichten eine neuartige Entdeckung der Fitness-Szene. Denn bereits um 1730 wurde er von niederländischen Seefahrern aus Japan nach Europa gebracht. Seitdem verbreitete sich der Baum vor allem durch Menschenhand in aller Welt und wächst heute sowohl in Europa als auch in Nordamerika und natürlich in seinen Ursprungsgebieten in Asien.

Sogar Johann Wolfgang von Goethe war vom Ginkgo so angetan, dass er im Jahr 1815 ein Gedicht über den prächtigen Baum bzw. über die Ginkgo-Blätter schrieb.

Ginkgo biloba: Exkurs in die Botanik

In den folgenden beiden Absätzen haben wir Dir ein wenig Hintergrundwissen zur Ginkgo-Pflanze bzw. zum Ginkgobaum zusammengetragen.

Der Ginkgo Baum

Der Ginkgobaum erreicht im Durchschnitt Höhen von bis zu 40 Metern. Allerdings gibt es auch Ausnahmen, die sogar über 60 Meter hoch werden können. Darüber hinaus kann er bis zu 1.000 Jahre alt werden.

Im Gegensatz zu einem Nadelbaum verfärben sich die Blätter des Ginkgos - wie auch bei anderen Laubbäumen - im Herbst orange und fallen kurze Zeit später ab.

Die weiblichen Bäume bilden im Herbst Früchte aus, deren Schale zu großen Teilen aus Buttersäure besteht, was zu einem mitunter störenden Gestank führt.

Das Wachstum des Ginkgobaums lässt sich in zwei Phasen unterteilen: In den ersten ca. 5 Jahren wächste der Baum recht schnell. So kommt er in relativ kurzer Zeit schon auf eine Höhe von 2-3 Metern, danach verlangsamt sich das Wachstum. Bis er seine volle Größe erreicht hat, vergehen oft mehr als 50 Jahre.

Weitere Informationen über die Geschichte und die heutige Verwendung des Ginkgos erfährst Du in diesem Video:

Die Inhaltsstoffe der Blätter

Aus medizinischer Sicht sind vor allem die Blätter interessant. Denn sie enthalten viele wertvolle Stoffe, die sowohl dem Menschen als auch dem Baum selbst helfen:

  • 0,5 - 1,8 Prozent: Flavonoide
  • 0,03 - 0,25 Prozent: Terpene
  • langkettige Kohlenwasserstoffe (u.a. Alkohole, Aldehyde, Ketone)
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Welche Wirkung wird Ginkgo biloba nachgesagt?

Insbesondere den Blättern des Ginkgobaums werden eine ganze Reihe von potentiellen Wirkungen nachgesagt, die wissenschaftlich bisher aber nur teilweise belegt werden konnten.

Den Ginkgo-Blättern werden u.a. folgende Wirkungsweisen zugeschrieben:

  • Behandlung von (altersbedingten) kognitiven Leistungsstörungen
  • Behandlung von Durchblutungsstörungen
  • Behandlung von Schwindel und Tinnitus
  • Neuroprotektion
  • Verbesserung der Fließeigenschaften des Blutes
  • antioxidative Eigenschaften

Bei welchen Beschwerden kann Ginkgo helfen?

Mit ihren vielfältigen Inhaltsstoffen besitzen die Blätter für unsere Gesundheit ein sehr großes Potential. Gegen welche Beschwerden und Krankheiten Ginkgo helfen kann, schauen wir uns jetzt einmal genauer an. Außerdem decken wir auf, ob es sich bei der potentiellen Wirkung um erwiesene Eigenschaften handelt oder bloß um Mythen.

ADHS

Eine Studie aus dem Jahr 2015 hat herausgefunden, dass Ginkgo biloba eine geeignete Alternative bei der Behandlung von ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung) sein kann.

Im Rahmen der Untersuchung kommen die Wissenschaftler zu folgendem Ergebnis:

"Im Vergleich zu Placebo wurde bei G. biloba eine stärkere Reduktion hinsichtlich des Unaufmerksamkeits-Scores der Eltern [...] und des Gesamtergebnisses [...] sowie des Unaufmerksamkeits-Scores der Lehrer [...] beobachtet. [...] G. biloba ist eine wirksame ergänzende Behandlung von ADHS. [...]"[1] (Übersetzung vom Autor)

Bluthochdruck

Im Internet findet man einige Webseiten, die behaupten, dass Ginkgo biloba auch gegen Bluthochdruck (Hypertonie) helfen kann. Begründet wird dies oft mit den Gefäßerweiternden Eigenschaften von Ginkgo.

In einer US-amerikanischen Studie aus dem Jahr 2010, wurde untersucht, ob Ginkgo den Blutdruck senken kann. Insgesamt wurden 3.069 Teilnehmer eingeladen, an der Studie teilzunehmen (Durchschnittsalter: 79 / 46% weiblich / 54% männlich).

Die Forscher aus dem US-Bundesstaat North Carolina kamen zu einem negativen Ergebnis: Die in der Studie erhobenen Daten weisen darauf hin, dass Ginkgo biloba keinen blutdrucksenkenden Effekt bei Hypertonie-Patienten hat. [2]

Demenz

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ordnet sogenannte Ginkgo-Spezialextrakte in die Gruppe der Antidementiva ein.

Diverse unabhängige Expertengruppen unterstützen diese Einordnung und geben an, dass Ginkgo-Extrakte unter anderem bei degenerativer Demenz und vaskulärer Demenz helfen kann.

Potenz

Sowohl Anwender als auch diverse Internet-Portale behaupten, dass Ginkgo biloba - ähnlich wie die indische Heilpflanze Shatavari - die Potenz bzw. die Libido steigern könne. Allerdings stützen sich solche Behauptungen bislang ausschließlich auf die Erfahrungsberichte von Anwendern.

Wissenschaftliche Studien liegen zu diesem Themengebiet bisher nicht vor.

Schwindel

Diverse Studien (unter anderem auch mit deutscher Beteiligung) legen nahe, dass Ginkgo bei Schwindel bzw. Schwindelattacken helfen kann. Im Gegensatz zu Vergleichsmedikamenten wurde der untersuchte Ginkgo-Extrakt (EGb 761®) von den Patienten besser vertragen.[3] [4]

Nicht ohne Grund gibt es neben den verbreiteten Nahrungsergänzungsprodukten auch rezeptpflichtige Arzneimittel, dessen Wirksamkeit zu großen Teilen auf Ginkgo biloba beruht.

Tinnitus

Ähnlich wie mit dem Schwindel verhält es sich auch mit der effektiven Behandlung von Tinnitus mit dem standardisierten Ginkgo biloba Extrakt "EGb 761®".

Auch hier gibt es Arzneimittel, die den Tinnitus mithilfe der vielfältigen Eigenschaften von Ginkgo effektiv bekämpfen können. Verschiedene Studien bestätigen das.[5]

Welche Erfahrungen haben Anwender mit Ginkgo gemacht?

Im Internet findet man durchaus einige Erfahrungsberichte zum Thema Ginkgo. Allerdings können wir nur schwer nachprüfen, ob es sich dabei um authentische Berichte handelt, die tatsächlich die ehrliche Meinung von echten Menschen widerspiegeln.

Aus diesem Grund möchten wir an dieser Stelle keine öffentlich zugänglichen Erfahrungsberichte veröffentlichen. Stattdessen bitten wir Dich, Dir selbst ein Bild von den Erfahrungen zu machen und vielleicht auch in Austausch mit anderen Anwendern zu treten (z.B. über ein Forum).

Dosierung (Wie viel mg Ginkgo täglich?)

Je nach Einnahmeform gelten in Bezug auf die tägliche Menge andere Vorgaben. Für das beliebte Ginkgo in Pulverform gilt: maximal 3 Gramm bzw. 3.000 Milligramm pro Tag.

Je nach Quelle können die Werte schwanken.

Dürfen auch Kinder Ginkgo einnehmen?

Grundsätzlich dürfen auch Kinder Ginkgo biloba einnehmen. Allerdings bitten wir Dich, die jeweiligen Hinweise auf den verschiedenen Produkten zu lesen. Teilweise wird auf der Produktverpackung von einer Einnahme bei Kindern unter 18 Jahren abgeraten.

Hat Ginkgo biloba Nebenwirkungen?

Grundsätzlich ist Ginkgo biloba bzw. der Ginkgo Extrakt sehr arm an Nebenwirkungen.

Allerdings wird beschrieben, dass es sehr selten zu Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen und allergischen Hautreaktionen kommen kann.

Darüber hinaus ist in einigen Ginkgo-Tees und -Arzneimitteln sogenannte Ginkgolsäure enthalten. Insbesondere Tees unterliegen hinsichtlich der Ginkgolsäure-Konzentration allerdings keiner Kontrolle.

Der erhöhten Konsum von Ginkgolsäure können unter anderem Allergien und Magenschleimhautentzündungen ausgelöst werden.

Kann Ginkgo biloba gefährlich werden?

Wie oben bereits erwähnt, ist die Einnahme von Ginkgo grundsätzlich keinesfalls gefährlich. In einer Studie aus dem Jahr 2013 konnte bei einer sehr hohen Dosis von 2000 mg/kg Körpergewicht allerdings eine erhöhte Rate an Leber- und Schilddrüsenkrebs beobachtet werden.

Eine solch hohe Dosis wird im Alltag bei der Verwendung von handelsüblichen Produkten mit Ginkgo-Extrakten in der Regel nicht erreicht. Die Untersuchung wurde an Ratten bzw. Mäusen durchgeführt.

Produkte mit Ginkgo biloba

Wie bereits angesprochen werden Ginkgo-Produkte speziell in Deutschland immer beliebter. Neben Pulvern und Kapseln gibt es zum Beispiel auch Tees, die von diversen Online-Shops zum Kauf angeboten werden.

Die einzelnen Produkte schauen wir uns jetzt einmal genauer an:

Ginkgo-Produkte
Ginkgo Pulver Ginkgo Tabletten
Wir finden: Ginkgo Pulver lässt sich am einfachsten dosieren und einnehmen. Du kannst es sowohl in ein Getränk mischen als auch über Dein Lieblingsgericht streuen oder untermischen. So bleibst Du flexibel und kannst die Kraft des Ginkgo ganz einfach in Deinen Alltag integrieren. Das Pulver der gemahlenen Ginkgo-Blätter gibt es auch in Form von Kapseln. Der Effekt ist grundsätzlich derselbe wie bei losem Pulver. Allerdings bist Du bei den Kapseln an die Einnahme in Kombination mit einem Glas Wasser gebunden und nicht ganz so flexibel.
Ginkgo Tee Ginkgo Tropfen
Als Teetrinker stellt der Ginkgo-Tee für Dich natürlich eine elegante Lösung dar. So kannst Du ihn ganz leicht in Deine Morgen- oder Abend-Routine einbauen. Es ist recht praktisch, den Ginkgo-Extrakt in Form von Tropfen einzunehmen. Denn genau wie beim Pulver kannst Du die Tropfen entweder mit einem Getränk oder Deiner Lieblingsmahlzeit kombinieren.

Darauf solltest Du beim Kauf achten

Vor dem Kauf solltest Du vor allem darauf achten, ein absolut reines Produkt zu erwerben. Es sollte sich jeweils um ein 100%-iges Pflanzenerzeugnis handeln. Nicht selten ist der Inhalt der Produkte auf dem Markt mit anderen Substanzen versetzt.

Achte darüber hinaus auf das Ursprungsland. Solltest Du Fragen zum Produkt haben, empfehlen wir Dir, Kontakt mit dem Hersteller oder dem Händler aufzunehmen.

Ginkgo biloba für Tiere? (Hunde, Katzen & Co.)

Ja, auch für in Deutschland beliebte Haustiere wie Hunde und Katzen gibt es spezielle Ginkgo Produkte. Meist handelt es sich dabei um getrocknete und geschnittene Blätter des Ginkgobaums.

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Fazit

Bei Ginkgo biloba handelt es sich um eine höchst interessante Pflanze, die schon Goethe dazu veranlasste, ein Gedicht über sie zu schreiben. Mit ihren wertvollen Inhaltsstoffen könnte in Zukunft dabei helfen, diverse Krankheiten zu behandeln bzw. die Genesung der Patienten zu unterstützen.

Häufig gestellte Fragen

Frage: Bei welchen Beschwerden kann Ginkgo helfen?
Antwort: Die Inhaltsstoffe von Ginkgo biloba sollen bei vielen verschiedenen Beschwerden helfen können. Laut wissenschaftlichen Studien und einer Einschätzung der WHO soll Ginkgo u.a. bei AHDS, Demenz und Tinnitus helfen.


Frage: Hat Ginkgo biloba Nebenwirkungen?
Antwort: Ginkgo biloba weist grundsätzlich sehr wenige Nebenwirkungen auf. Bei einer Überdosierung kann es aber ggf. zu unerwünschten Begleiterscheinungen kommen.


Frage: Welche Produkte mit Ginkgo biloba gibt es?
Antwort: Auf dem Markt werden diverse Produkte mit Ginkgo biloba Extrakten angeboten. Darunter zum Beispiel Pulver, Tabletten und Tropfen.


Quellen:

[1] Fereshteh Shakibaei et al.: Ginkgo biloba in the treatment of attention-deficit/hyperactivity disorder in children and adolescents. A randomized, placebo-controlled, trial; Complementary Therapies in Clinical Practice, Mai 2015, Band 21, Ausgabe 2, Seiten 61-67; https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S1744388115000298?via%3Dihub (abgerufen am 23.12.2019)

[2] Tina E. Brinkley et al.: Effect of Ginkgo biloba on Blood Pressure and Incidence of Hypertension in Elderly Men and Women; American Journal of Hypertension, Band 23, Ausgabe 5, Mai 2010, Seiten 528–533; https://doi.org/10.1038/ajh.2010.14 (abgerufen am 23.12.2019)

[3] A. Cesarani et al.: Ginkgo biloba (EGb 761) in the treatment of equilibrium disorders.; https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10345150 (abgerufen am 23.12.2019)

[4] Larysa Sokolova et al.: Treatment of Vertigo: A Randomized, Double-Blind Trial Comparing Efficacy and Safety of Ginkgo biloba Extract EGb 761 and Betahistine; International Journal of Otolaryngology, Band 2014, Artikel-ID: 682439, http://dx.doi.org/10.1155/2014/682439 (abgerufen am 23.12.2019)

[5] A. Boetticher: Ginkgo biloba extract in the treatment of tinnitus: a systematic review; Neuropsychiatric Disease and Treatment, 28. Juli 2011, Band 7, Ausgabe 1, Seiten 441-447; https://www.dovepress.com/ginkgo-biloba-extract-in-the-treatment-of-tinnitus-a-systematic-review-peer-reviewed-article-NDT (abgerufen am 23.12.2019)

Marcel
Über den Autor: Marcel H.

Marcel ist CEO der vitalundfitmit100 GmbH. Seine Leidenschaft ist die alternative Gesundheit für Mensch und Tier. Seit vielen Jahren bereits befasst er sich intensiv mit den unterschiedlichsten Themen wie Gesundheit, Spiritualität und Wohlbefinden. Marcel gilt als Koryphäe auf seinem Gebiet, arbeitet und erarbeitet weltweit im Hintergrund an zahlreichen Projekten und Büchern mit.

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