Konzentration bei Hitze: Was dein Gehirn jetzt braucht
Während draußen die Sonne glüht, starrst du auf deinen Bildschirm. Obwohl du den Satz schon dreimal gelesen hast, macht er noch immer keinen Sinn. Stöhnend vergräbst du das Gesicht in den Händen – die Hitze scheint dein Gehirn zum Schmelzen zu bringen.
Hier erfährst du, warum deine Leistungsfähigkeit ab Juni langsam einbricht – und wie du auch im Hochsommer einen kühlen Kopf bewahrst.
Warum du im Sommer langsamer arbeitest – und das völlig okay ist
Dein Gehirn und deine Organe funktionieren nur bei einer Kerntemperatur von ca. 37 Grad optimal. Bringt die Sonne den Asphalt zum Glühen, investiert dein Körper deshalb viel Energie, um sich zu kühlen – Energie, die du eigentlich für mentale Aufgaben bräuchtest.
Du arbeitest und denkst jetzt langsamer, machst häufiger Fehler und bist weniger aufmerksam. Eine Untersuchung zeigte: Studierende, die während einer Hitzewelle in nicht klimatisierten Räumen lebten, schnitten in Leistungstests schlechter ab.
Gewiss auch, weil ihr Schlaf weniger erholsamer war als der ihrer Kommilitonen in klimatisierten Gebäuden. Hohe Temperaturen erschweren das Einschlafen und mindern die Schlafqualität – deine Lernfähigkeit sinkt erheblich und die Müllabfuhr deines Gehirns streikt.
So stärkst du deine Leistungsfähigkeit trotzdem
Klettern die Temperaturen im Büro über 26 Grad, sind Arbeitgeber verpflichtet, Maßnahmen zu ergreifen. Vielleicht sitzt du jedoch im Homeoffice – oder deine persönliche Behaglichkeitstemperatur ist einfach niedriger. Wie bleibst du dann leistungsfähig?
1. Raumklima verbessern
Rollläden oder Thermovorhänge sperren die Sonne aus – lass sie tagsüber geschlossen und lüfte nur am frühen Morgen oder späten Abend. Stattdessen können Pflanzen die Luftqualität verbessern und dir frischen Sauerstoff schenken.
Überlege außerdem, welche Geräte du gerade wirklich brauchst. Indem du den Drucker ausschaltest, nimmst du auch eine Wärmequelle vom Netz.
2. Effiziente Arbeitsplanung
Plane die Hitze ein, wenn du deine To-Do-Liste durchgehst. Welche Aufgaben sind kognitiv besonders herausfordernd? Erledige diese am frühen Morgen oder späten Abend und nutze die heißen Stunden für routinierte Arbeiten.
3. Feuchtes Handtuch oder T-Shirt
Ein feuchtes T-Shirt zieht Wärme aus deinem Körper: Damit das Wasser verdunsten kann, braucht es Energie – und die kommt von deiner Haut („Verdunstungskälte“). Ventilatoren verstärken den kühlenden Effekt, weil die Flüssigkeit im Wind schneller verdunstet.
Statt eines Shirts kannst du genauso ein feuchtes Handtuch verwenden – probiere aus, wie es sich im Nacken oder auf der Stirn anfühlt.
4. Nährstoffe ausgleichen
Schweiß ist weit mehr als Wasser – mit jeder Perle, die über deine Stirn kullert, verlierst du auch Nährstoffe: Calcium, Magnesium und Kalium.
Wenn du die normale Funktion deines Gehirns unterstützen möchtest, solltest du außerdem genug DHA verzehren: eine Omega-3-Fettsäure, die u.a. in Algenöl vorkommt.
5. Schlaf optimieren
Du weißt, wie sich dein Kopf nach einer schlechten Nacht anfühlt – und das hat seine Gründe: Die Müllabfuhr deines Gehirns arbeitet fast ausschließlich im Tiefschlaf. Bekommst du davon zu wenig, kann dein Hippocampus außerdem keine neuen Informationen abspeichern.
Doch gerade im Sommer wälzt du dich wahrscheinlich öfter durchs Bett. Melatonin trägt dazu bei, die Einschlafzeit zu verkürzen – dein Körper schüttet das natürliche Hormon sogar selbst aus, um den Schlaf-Wach-Rhythmus zu regulieren.
Fazit: Nachsichtigkeit und Fürsorge statt Druck
Hitze senkt deine Konzentration spürbar: Der Körper braucht jetzt mehr Energie, um seine Kerntemperatur aufrechtzuerhalten – deshalb laufen deine kognitiven Funktionen auf Sparflamme.
Hoffentlich gelingt es dir, deine Arbeitsumgebung zu kühlen. Doch auch erholsamer Schlaf und die passenden Nährstoffe unterstützen dich.

Seit ihrer Kindheit will Carina vor allem eins: Die Umwelt schützen. Zunächst wurde sie politisch aktiv, besuchte Seminare und schrieb ein Buch. Später verwirklichte sie einen Traum, der sie bis heute begleitet: Als selbstständige Texterin für nachhaltige Unternehmen macht sie mit ihrer größten Leidenschaft - dem Schreiben - die Welt jeden Tag ein kleines bisschen besser.