Heilkräuter: 25 wirksame Pflanzen, die du kennen solltest

20.07.2022 10:00

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Wenn es im Hals brennt oder der Magen kneift, müssen es nicht immer Tabletten sein – schließlich schenkt uns die Natur hunderte Heilpflanzen mit ungeahnten Kräften. 25 davon stellen wir dir hier vor und beweisen: Gegen fast alles ist ein Kraut gewachsen.

Kurze Geschichte der Heilpflanzen

Heilpflanzen verstehen es seit jeher, uns mit ihren faszinierenden Kräften in den Bann zu ziehen. Ihre Geschichte reicht tausende Jahre zurück: Schon die ersten Naturvölker haben mit Kräutern verschiedene Beschwerden gelindert – wie Birkenporlinge zeigen, die bei der Gletschermumie Ötzi gefunden wurden.

Altertum: Die Entdeckung der Natur-Apotheke

Das älteste medizinische Schriftstück wurde im 16. Jahrhundert vor Christus im alten Ägypten verfasst. Weitere Dokumente beweisen, dass auch die griechischen und römischen Heiler über großes Pflanzenwissen verfügten. Hier sticht vor allem Hippokrates hervor, der Krankheiten frei von religiösem Glauben beobachtete und behandelte.

Mittelalter: Zwischen Kloster- & Hexengärten

Ab dem 12. Jahrhundert erlebte die natürliche Heilkunst einen wahren Boom: Nonnen und Mönche bauten Heilpflanzen in ihren Klostergärten an und vergrößerten ihr Wissen. Bis heute in Erinnerung geblieben ist die Äbtissin Hildegard von Bingen – eine Universalgelehrte, die Heilpflanzen und Volksmedizin erstmalig zusammenbrachte.

Moderne Heilpflanzenkunde: Uraltes Wissen verschmilzt mit der Schulmedizin

In der kommenden Zeit verlor die Heilpflanzenkunde an Bedeutung: Sie wurde von der modernen Medizin in den Hintergrund gerückt.

Chemische Medikamente schienen Pflanzen zu übertrumpfen und so gerieten diese allmählich in Vergessenheit – bis der Priester Johann Künzle und der Pfarrer Sebastian Kneipp die heilenden Kräfte der Natur wieder in das gesellschaftliche Bewusstsein rückten. Heutzutage enthalten viele Medikamente Extrakte von Heilkräutern. Was eine Zeit aus chemischer Produktion stammte, wurde in den 1950er und 1960er Jahren teilweise durch pflanzliche Alternativen ersetzt – unweigerlich ein Beweis dafür, dass in unserer Natur ungeahnte Kräfte schlummern.

Wirkung: Wie es Pflanzen gelingt, unsere Beschwerden zu lindern

Heilpflanzen wirken. Das zeigen Beispiele der Schulmedizin: Wenn Johanniskraut Depressionen lindert oder Thymian beim Abhusten hilft, kann von esoterischem Humbug kaum die Rede sein. Aber warum greifen Kräuter derart in unseren Körper ein? Ein Blick auf ihre Inhaltsstoffe lüftet das Geheimnis.

Denn: Pflanzen produzieren verschiedene Substanzen, mit denen sie sich vor Fraßfeinden schützen, Insekten anlocken oder Krankheitserreger ausbremsen – die sogenannten „sekundären Pflanzenstoffe“. Sie sind es, die Einfluss auf unseren Organismus nehmen. 60.000 Verbindungen sind bereits bekannt. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Alkaloide: Weil sie in das zentrale Nervensystem und unser Bewusstsein eingreifen, kommen sie in der Schulmedizin vermehrt zum Einsatz. Hier ist allerdings höchste Achtsamkeit gefragt – höhere Dosen sind toxisch bis tödlich. Besonders bekannt: Nikotin und Morphin.
  • Ätherische Öle: Was bei einem Blumenstrauß herrlich duftet – das sind ätherische Öle: Flüchtige Verbindungen, die über Haut und Atmung in unseren Körper gelangen. Hier entfalten sie die erstaunlichsten Wirkungen.
  • Bitterstoffe: Die meisten Tiere vermeiden bittere Nahrung – mit Bitterstoffen verteidigt sich die Pflanze also vor Fraßfeinden. Auch unter Menschen ist diese Geschmacksrichtung wenig beliebt. Dabei fördern Bitterstoffe den Speichelfluss, regen die Magensaftproduktion an, erleichtern die Fettverdauung und verbessern die Darmtätigkeit.
  • Gerbstoffe: Kommen Gerbstoffe mit Proteinen in Kontakt, zerlegen sie diese in ihre Einzelteile – also Aminosäuren. Äußerlich angewendet, zieht sich die Haut zusammen, woraufhin Krankheitserregern der Nährboden (Schweiß, Blut) entzogen wird. Das Bundeszentrum für Ernährung konnte in Labortests außerdem eine entzündungshemmende Wirkung nachweisen.
  • Saponine: Mit Saponinen versuchen Pflanzen, sich vor Pilzen und Insekten zu schützen. Auf den Menschen wirken sie unter anderem schleimlösend und fördern bei Erkältungen den Auswurf. Auch hier gilt es, einen Blick auf die Menge zu werden – Überdosierungen schaden der Schleimhaut.
  • Schleimstoffe: Manche Pflanzen produzieren spezielle Mehrfachzucker. Mit Wasser vermischt, quellen diese zu einer schleimigen Masse auf. Klingt unappetitlich – erweist sich allerdings als überaus nützlich: zum Beispiel, um die Schleimhaut zu schützen, Entzündungen zu hemmen oder hartnäckigen Husten zu lindern.
  • Phytohormone: Einige Pflanzenstoffe ähneln in ihrer Struktur unseren körpereigenen Hormonen – unter anderem Östrogen, Gestagen oder Testosteron. Hier und da fehlen wissenschaftliche Beweise, trotzdem kommen sie für verschiedene Beschwerden zum Einsatz.

Kurz: Die Wirkung von Heilpflanzen hat nichts mit einem Placebo-Effekt zu tun. So sind Baldrian, Brennnesseln, Fenchel, Hopfen und etliche andere Kräuter als Arzneipflanzen anerkannt. Gerade bei leichteren Beschwerden eignen sie sich hervorragend als natürliche Behandlung. Liegen ernsthafte Erkrankungen vor, können sie unterstützend zum Einsatz kommen.

Wichtig: Nur, weil Heilpflanzen der Natur entspringen, heißt das nicht, dass sie keine Neben- oder Wechselwirkungen hätten! Deswegen unbedingt auf die Dosierung achten und zuvor abklären, ob Medikamente oder zugrundeliegende Erkrankungen gegen die Einnahme sprechen.

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Anwendung: Sirup,Öl oder Tee?

Heilpflanzen lassen sich auf verschiedenste Weise anwenden – welche davon genutzt wird, sollten die Beschwerden entscheiden. Bei Gelenkschmerzen könnte sich eine Salbe besser eignen, während bei Husten ein Sirup als wohltuend und wirkungsvoll empfunden wird. Weitere Darreichungsformen umfassen Tinkturen, Teemischungen, Extrakte, Aufgüsse, Umschläge, Kapseln und Presssäfte.

Heilpflanzen im Überblick

Bevor wir uns den wirkungsvollsten Heilpflanzen widmen, möchten wir Selbstsammler zu Vorsicht aufrufen: Viele Kräuter haben giftige Doppelgänger – so sieht Bärlauch zum Beispiel dem Maiglöckchen zum Verwechseln ähnlich. Darüber hinaus sollte die Belastung durch Abgase oder Hundekot berücksichtigt werden. Als gute Orte erweisen sich meistens Wälder, Fluss- und Bachufer oder der eigene Garten.

Ganz wichtig: Bitte nicht in Naturschutzgebieten sammeln! Bei einem Landschaftsschutzgebiet darfst du kleine Mengen mitnehmen.

1. Anis
Vor allem als weihnachtliches Gewürz oder Ouzo-Geheimzutat bekannt, versteckt sich in Anis auch eine Heilpflanze. Achtung: Die Früchte sehen dem giftigen Schierling sehr ähnlich – lieber nicht selber sammeln!

- löst festsitzenden Schleim aus den Bronchien und kommt deswegen gerne zum Einsatz, um Erkältungen zu lindern
- wirkt leicht entkrampfend – nützlich bei Blähungen, Völlegefühl und anderen Verdauungsbeschwerden
- zusammen mit Fenchel und Kümmel schätzen Mütter den Anis für seine Auswirkung auf die Milchbildung

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2. Arnika
Die Arnika wächst vor allem in den Bergen – so lässt sie sich zum Beispiel im Hochschwarzwald oder den Vogesen reichlich finden und sticht hier leuchtend gelb aus den Wiesen hervor. Unbedingt verdünnt anwenden und auf allergische Reaktionen achten.

- der Pflanzenstoff Helenalin hemmt entzündungsauslösende Stoffe – das macht die Arnika zu einer tollen Heilpflanze für Sportverletzungen, die mit leichten Schmerzen einhergehen
- wenn sch die Haut rötet und kleine Bläschen entstehen, handelt es sich vermutlich um eine Unverträglichkeit
- von der inneren Anwendung ist definitiv abzuraten – hier drohen Vergiftungserscheinungen, Schwindel und Herzklopfen

3. Artischocken
Eine Delikatesse, die es in sich hat: Artischocken schmecken nicht nur hervorragend, sie lindern darüber hinaus Verdauungsbeschwerden. Denn: In den Blättern kommen reichlich Flavonoide und Bitterstoffe vor, welche ihnen gleichzeitig das herbe Aroma verleihen.

- Artischocken regen die Bildung von Magensäure und deswegen den Appetit an
- auch die Produktion von Gallensäure nimmt zu. Damit erleichtern Artischocken die Fettverdauung – und lindern auf diese Weise Blähungen und Völlegefühl
- bei Gallensteinen, einem Verschluss der Gallenwege oder wenn du auf Korbblütler allergisch reagierst, solltest du lieber zu anderen Heilpflanzen greifen

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4. Baldrian
Ein Kraut, das die Schulmedizin für seine beruhigende Wirkung schätzt und schon Hildegard von Bingen bekannt war. Reich an wertvollen ätherischen Ölen, verbessert der Baldrian die Schlafqualität und hilft gegen nervöse Unruhe – zum Beispiel vor Prüfungen überaus nützlich.

- Baldrian interagiert in unserem Gehirn mit Botenstoffen und schlaffördernden Substanzen. Dass er beim Ein- und Durchschlafen hilft, wurde also in Laborexperimenten nachgewiesen.
- bis die Pflanze ihre Wirkung entfaltet, vergeht eine Weile – meistens treten die Effekte erst nach einer zweiwöchigen Einnahme auf
- in Kombination mit Melisse, Hopfen und Passionsblume kann ein besonders wirkungsvolles Naturpräparat entstehen

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5. Beifuß
Vielleicht ist Beifuß die älteste europäische Heilpflanze überhaupt: Ausgrabungen von Frühmenschen lassen vermuten, dass er schon vor hunderttausenden Jahren zum Einsatz kam – eine Tradition die sich bis heute gehalten hat. Zum Glück! Schließlich schenkt uns der Beifuß wertvolle Bitterstoffe.

- wohltuend bei Verdauungsbeschwerden – regt die Produktion von Magensäure und Speichel an
- zur Wirksamkeit bei Appetitlosigkeit, Durchfall und Blähungen gibt es zwar keine Studien, in der Volksmedizin kommt der Beifuß trotzdem für diesen Zweck zum Einsatz
- als herbes Gewürz wird das Kraut gerne über deftige Speisen gestreut, um diese verdaulicher zu machen

6. Brennnessel
Wächst in jedem Garten und wird hier als Unkraut verpönt aus der Erde gezupft. Dabei schlummern in den Blättern und Wurzeln ungeahnte Kräfte! Kein Wunder, denn: Brennnesseln sind kleine Nährstoffwunder. So enthalten sie u.a. ätherisches Öl, die Vitamine C, B und K, Mineralien wie Calcium, Kieselsäure sowie Serotonin oder Lignane.

- Brennnesseln wirken leicht wassertreibend – sie erhöhen das Urinvolumen und spülen deswegen Harnleiter, Blase und Harnröhre durch
- in Kombination mit weiteren Pflanzen wie Birkenblättern oder Goldrutenkraut können sie aufkommende Blasenentzündungen lindern und eine volle Entwicklung des Infekts verhindern
- die Wurzeln wiederum erleichtern Männern mit gutartiger Prostatavergrößerung das Wasserlassen – die Einnahme aber bitte mit dem behandelnden Urologen abklären!

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7. Efeu
Eine Kletterpflanze, die vermutlich jeder kennt – von ihren heilenden Kräften ahnen hingegen die wenigsten. Trotzdem solltest du jetzt auf keinen Fall in den Garten schlendern und ein paar Blätter für Selbstexperimente pflücken! Denn: Efeu ist giftig! Deswegen bitte nur fertige Präparate einnehmen – diese enthalten lediglich Auszüge.

- wirksam bei Erkältungen: Die Saponine verflüssigen den Bronchialschleim und erleichtern so das Abhusten
- Alpha-Hederin entspannt die Bronchialmuskulatur und entkrampft die Atemwege – eine Wohltat bei spastischer Bronchitis und anderen Beschwerden
- zwischen den Fingern verrieben, können die Blätter allergische Reaktionen auslösen. Die Früchte wiederum verursachen Krampfanfälle bis hin zum Herzversagen.

8. Fenchel
Fenchel duftet herrlich, schmeckt angenehm süß – und enthält wertvolle Inhaltsstoffe, welche die Knolle zum Bestandteil der Schulmedizin machen. Aber Achtung: In der Natur nur pflücken, wenn du dir wirklich sicher bist! Die Früchte des Fenchels ähneln dem giftigen Schierling – und von diesem solltest du definitiv die Finger lassen.

- die ätherischen Öle im Fenchel lösen festsitzenden Schleim und erleichtern den Abtransport
- darüber hinaus lindert es Krämpfe und fördert die Verdauung – wohltuend bei Blähungen und Völlegefühl, zum Beispiel als Tee mit Anis und Kümmel kombiniert
- Achtung: Das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt vor einer übermäßigen Verwendung von ätherischem Fenchelöl – Studien zufolge könnten Estragol und Methyleugenol Krebs begünstigen. Im Tee kommen diese Inhaltsstoffe in unbedenklichen Mengen vor.

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9. Flohsamen
Auch die Geschichte von Flohsamen reicht weit in unsere Vergangenheit zurück: Sie sollen bereits vor 2000 Jahren zum Einsatz gekommen sein. Reich an Ballaststoffen, quellen sie in Flüssigkeit auf und sind deswegen eine Bereicherung für jeden Speiseplan.

- Flohsamen erhöhen das Stuhlvolumen. Auf diese Weise fördern sie die Bewegung des Darms und lösen Verstopfungen. Damit das klappt, unbedingt genug trinken!
- bei schmerzhaftem Stuhlgang – zum Beispiel durch Hämorriden oder eine Analfissur – können Flohsamen die Entleerung erleichtern und deswegen zur Wohltat werden
- bis sich die Wirkung bemerkbar macht, vergehen ein bis drei Tage. Gerade zu Beginn vorsichtig dosieren – sonst entstehen ggf. Blähungen.

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10. Frauenmantel
Schon seit dem Mittelalter weiß die Naturheilkunde den Frauenmantel für seine vielfältigen Wirkungen zu schätzen – ein Wissen, das sich zum Glück bis heute gehalten und mittlerweile wissenschaftliche Bestätigung gefunden hat.

- die Gerbstoffe im Frauenmantel verändern die Struktur von Eiweißen, woraufhin sich obere Gewebsschichten zusammenziehen – nützlich, um kleinere Wunden abzudichten. Weil gleichzeitig die Signalübertragung von Nerven gehemmt wird, geht lästiger Juckreiz zurück
- auch bei leichtem Durchfall wirkt Frauenmantel wohltuend und verhindert eine Verschlimmerung der Symptome: Zieht sich die Darmschleimhaut zusammen, können Bakterien schlechter eindringen
- in Gurgellösungen soll Frauenmantel kleine Entzündungen wie Aphten lindern. Mit anderen Kräutern gemischt, kann es außerdem bei PMS zum Einsatz kommen

11. Hopfen
Hopfen ist vor allem durchs Bierbrauen bekannt geworden – aber auch in der Medizin erweist sich die Pflanze als überaus nützlich: insbesondere die Hopfenzapfen der weiblichen Blüten. Hier verstecken sich wertvolle Bitterstoffe wie Humulon und Lupon, ätherisches Öl und Flavonoide.

- Laborexperimente legen nahe, dass Hopfen den Schlaf verbessert und beruhigt. Scheinbar greifen die Inhaltsstoffe in den Schlaf-Wach-Rhythmus ein und wirken möglicherweise ähnlich wie das körpereigene Schlafhormon Melatonin
- als besonders wirksam erwies sich eine Kombination aus Hopfen und Baldrian – die Pflanzen ergänzen sich in ihrer unterschiedlichen Wirkungsweise
- bis der Effekt eintritt, solltest du etwas Geduld aufbringen. Außerdem fällt dieser eher mild aus. Dafür brauchst du dich – anders als bei chemischen Schlafmitteln – nicht davor zu fürchten, mit Tagesmüdigkeit und Schwäche aufzuwachen

12. Johanniskraut
Wer bei depressiven Verstimmungen nach einer natürlichen Alternative zu Antidepressiva sucht, könnte sie im Johanniskraut gefunden haben. Trotzdem mit Vorsicht genießen: Die Heilpflanze schwächt andere Medikamente ab (niemals mit der Antibaby-Pille kombinieren!), macht die Haut ggf. lichtempfindlicher und ruft manchmal Magen-Darm-Beschwerden hervor.

- warum Johanniskraut die Stimmung aufhellt, konnte die Wissenschaft nicht vollständig klären. Vermutlich stecken die Substanzen Hyperforin und Hypericin dahinter. Leider zeigen Erfahrungen, dass die Behandlung nicht bei allen Menschen anschlägt
- möchtest du Johanniskraut gegen leichte bis mittelschwere Depressionen ausprobieren, solltest du Kapseln oder Tabletten verwenden – es braucht eine relativ hohe Dosis und obendrauf ein paar Wochen Geduld
- zu Öl gepresst und äußerlich aufgetragen, soll Johanniskraut die Wundheilung fördern, bei Prellungen helfen und leichte Muskelschmerzen lindern – das sagen zumindest Erfahrungswerte

13. Kamille
Kaum eine Heilpflanze ist bekannter – meistens begegnen wir der Kamille schon in frühster Kindheit. Aber warum wirkt sie so gut? Ihr Geheimnis: Ätherisches Öl, das eine entzündungshemmende sowie antibakterielle Wirkung entfaltet und deswegen verschiedenste Beschwerden lindert.

- als Gurgellösung mildert die Kamille Zahnfleischentzündungen und Halsschmerzen
- ins Sitzbad gegeben wirkt die Heilpflanze bei Hämorriden und Infekten im Anal- sowie Genitalbereich wohltuend
- Salben und Cremes mit Kamille wiederum verbessern Akne und andere bakteriell bedingte Hautprobleme

14. Kümmel
Schon unsere Oma wusste: Ein Teelöffelchen Kümmel zum Sauerkraut dazugegeben, beugt Blähungen und Verdauungsbeschwerden vor. Das Gewürz schenkt Deftigem also nicht nur einen charakteristischen Geschmack – es macht diese auch verdaulicher. Trotzdem lieber kaufen statt sammeln: Kümmel kann schnell mit den giftigen Schierlingsfrüchten verwechselt werden.

- kleinen Laborversuchen zufolge könnte Kümmel die glatte Muskulatur im Magen-Darm-Trakt entspannen und deswegen krampflösend wirken
- nicht belegt ist die Wirksamkeit bei Zahn- und Kopfschmerzen oder Menstruationsbeschwerden
- bei Gallen- oder Leberproblemen solltest du auf Kümmel lieber verzichten

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15. Lavendel
Lavendeblüten betören mit ihrem herrlichen Duft, dem auch Insekten kaum widerstehen können. Zu ätherischem Öl gepresst oder als Tee, entfalten sie außerdem eine heilsame Wirkung.

- Linalool und Linalylacetat – zwei Substanzen, die in Lavendelöl vorkommen – tragen zu einem erholsameren Schlaf bei. Empfehlenswert, wenn du nachts aufwachst oder schlecht einschläfst
- darüber hinaus beruhigt Lavendel die Psyche und hilft bei innerer Unruhe sowie Stress
- ersten Hinweisen zufolge könnten die Blüten sogar Ängste lösen. Von einer Selbstmedikation bei Angstzuständen ist jedoch abzuraten

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16. Löwenzahn
Wächst – zum Leidwesen von Hobbygärtnern – auf vielen Wiesen und kennt wahrscheinlich jedes Kind: Löwenzahn. Weniger bekannt sind die heilsamen Eigenschaften dieser ungewöhnlichen Pflanze.

- Löwenzahn enthält reichlich Bitterstoffe, welche die Produktion von Speichel und Magensäure anregen
- außerdem fördern sie die Ausschüttung von Verdauungshormonen, die den Magen-Darm-Trakt in Schwung bringen und Beschwerden nach einer fettreichen Mahlzeit lindern
- Flavonoide und Kalium wiederum wirken leicht wassertreibend – ein Effekt, der durchaus gewünscht sein kann. Machen deine Gallenwege oder Nieren Probleme, kläre die Einnahme jedoch unbedingt mit deinem Arzt ab

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17. Mariendistel
Mit ihrer knallig violetten Blüte fällt die Mariendistel in jedem Garten auf. Nur wenige Heilpflanzen wurden derart sorgfältig von der Wissenschaft unter die Lupe genommen. Dabei ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt sind Inhaltsstoffe, welche bei Leberschäden zum Einsatz kommen können – und mittlerweile fester Bestandteil der modernen Schulmedizin sind.

- vielleicht hast du schonmal von Silymarin gehört: einem Gemisch aus verschiedenen Inhaltsstoffen (zum Beispiel Silibinin und Isosilibinin), welches erstaunliche Wirkungen entfaltet: Es stabilisiert die Membran der Leberzellen und macht es giftigen Stoffen deswegen schwieriger, einzudringen
- darüber hinaus trägt Silymarin zu einer schnelleren Heilung nach Leberschäden bei und hemmt ggf. das Voranschreiten von Leberkrankheiten
- Mariendisteln sind überaus wirksam – niemals ohne Rücksprache mit dem Arzt anwenden!

18. Mönchspfeffer
Monat für Monat durchleben Frauen ein Auf und Ab der Hormone: Östrogen, Progesteron, FSH und LH schwanken vom ersten bis zum letzten Tag des Zyklus – kein Wunder, dass es hier zu Beschwerden kommt. Die gute Nachricht: Der Mönchspfeffer kann Linderung verschaffen.

- Laborversuche liefern erste Hinweise, dass Mönchspfeffer in den weiblichen Hormonhaushalt eingreifen könnte
- möglicherweise senkt die Pflanze den Prolaktinspiegel: Ein Hormon, das vermutlich hinter Brustschmerzen steckt und darüber hinaus bei der Entstehung von PMS eine Rolle spielt
- ob Mönchspfeffer den Zyklus reguliert und auf diese Weise als Arznei bei unerfülltem Kinderwunsch zum Einsatz kommen kann, muss in weiteren Studien untersucht werden

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19. Pfefferminze
Die Pfefferminze schenkt uns würzigen Tee und ist darüber hinaus – vor allem zu Öl gepresst – ein natürliches Heilmittel. Bei einem empfindlichen Magen, solltest du jedoch lieber Abstand nehmen. Das ätherische Öl niemals unverdünnt anwenden und von Kleinkindern fernhalten.

- zu viel Stress führt schnell zu Spannungskopfschmerzen. Auf die Schläfen gerieben, entfaltet Pfefferminzöl einen wohltuenden kühlenden Effekt, der die dort liegenden Schmerzfasern unempfindlicher machen soll
- drücken Magen und Darm – etwa nach einer fettreichen Speise – wird es Zeit für einen lindernden Pfefferminztee
- auch bei Erklärungen und Muskelschmerzen kannst du zur Pfefferminze greifen – zum Beispiel inhalieren oder auf die verspannten Muskeln reiben

20. Ringelblume
Ringelbumen entzücken mit prächtigen gelben Blüten. Wer einen Blick hinter ihre Schönheit wirft, bekommt außerdem eine interessante Heilpflanze zu Gesicht, deren Verwendung bis uns 12. Jahrhundert zurückreicht und schon Hildegard von Bingen ein Begriff war.

- in Salben, Cremes und Tinkturen fördern Ringelbumen die Wundheilung
- Experimente weisen daraufhin, dass die Inhaltsstoffe darüber hinaus Entzündungen hemmen könnten
- bei empfindlicher Haut sind Reizungen möglich. Nicht anwenden, wenn eine Allergie gegen Korbblütler vorliegt

21. Rosmarin
Rosmarin zaubert herrliche Aromen in die Küche – und sollte als Heilpflanze nicht unterschätzt werden: Vor allem zu ätherischem Öl gepresst lässt es sich vielfältig anwenden.

- Rosmarin kurbelt die Durchblutung an – das erfrischt und besänftigt schmerzende Muskeln
- ins Essen gestreut, beugen die Blätter Blähungen und Völlegefühl vor
- leidest du unter Krampfadern, Herzschwäche oder starken Kreislaufbeschwerden, sprich die Einnahme unbedingt mit deinem Arzt ab!

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22. Salbei
Wusstest du, dass es nicht den einen Salbei gibt – sondern 500 bis 900 Arten unseren Planeten besiedeln? Als Heilpflanze zu Berühmtheit erlangt hat es der „Echte Salbei“. Dieser wächst als Zier- und Insektenpflanze in so manchem Garten und verfeinert mit seinen aromatischen Blättern viele Speisen.

- Laborexperimente liefern Hinweise, dass Salbei antientzündlich wirkt, Bakterien und Pilze abwehrt und die Schleimhaut beruhigt – kein Wunder, dass die Pflanze als wirkungsvolles Hausmittel gegen Heiserkeit, Halsschmerzen und Zahnfleischentzündungen gilt
- hochdosiert, sollen die Inhaltsstoffe auch übermäßiges Schwitzen lindern – hier fehlt es allerdings an Studien
- außerdem verschafft Salbei bei Verdauungsproblemen wie Sodbrennen, Blähungen, leichten Krämpfen oder Völlegefühl Linderung

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23. Spitzwegerich
Spitzwegerich lernen die meisten von uns schon im Kindesalter kennen: als Bestandteil vieler Hustensirups. Wer beim Spazierengehen genauer hinsieht, kann die Pflanze mit ihren kugeligen Blüten außerdem auf Wiesen, Feldern oder an Wegrändern wachsen sehen.

- reich an Schleimstoffen, überzieht Spitzwegerich die Mund- und Rachenschleimhaut mit einem Schutzfilm. Dieser wiederum lindert Halsschmerzen und Hustenreiz
- die ätherischen Öle des Spitzwegerichs verleihen ihm antientzündliche Eigenschaften – toll, um auch die Ursache der Beschwerden zu bekämpfen
- junge Blätter runden deinen Speiseplan außerdem mit wertvollem Nährstoffen an. Gerne wie Spinat zubereiten oder in den Smoothie geben

24. Teebaum
Der Teebaum stammt aus dem Südosten Australiens, wo Ureinwohner ihn seit langem als Heilpflanze schätzen. Mit gutem Grund! In den Blättern steckt reichlich ätherisches Öl, das sich aus rund sechzig verschiedenen Stoffenverschiedenen Stoffen zusammensetzt.

- Teebaumöl nur verdünnt anwenden und zunächst an einer kleinen Stelle testen – die Terpene können ggf. eine allergische Reaktion auslösen
- auch als Zutat in selbst gemachten Deodorants oder als Luft- und Wäscheerfrischer nützlich
- derzeit nicht als Arzneimittel zugelassen, gibt es dennoch Erfahrungsberichte, die Teebaumöl unterschiedliche Wirkungen nachsagen

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25. Thymian
Wenn Medizin doch immer so gut schmecken würde: Auch Thymian verdient es nicht, ausschließlich in die Küche verbannt zu werden. Gerbstoffe, Flavonoide und ätherisches Öl haben dem Kraut zum Einzug in einige Medikamente verholfen und ihm 2006 den Titel „Arzneimittel des Jahres“ verliehen.

- als Zutat von Erkältungsbalsams überaus wohltuend
- Säfte oder Tropfen mit Thymianauszügen entspannen die Bronchialmuskulatur und fördern den Abtransport von Schleim
- Ätherisches Thymianöl eignet sich darüber hinaus als natürliche Zutat für ein erfrischendes Bad, wie es zum Beispiel bei Husten und Schnupfen gerne zum Einsatz kommt

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Fazit: Die Natur weiß, was uns gut tut

Leider herrscht in manchen Köpfen weiterhin die Vorstellung, dass ein Medikament aus natürlichen Zutaten unwirksam sei – dabei beweisen die Erfahrungen etlicher Jahrhunderte und mittlerweile auch immer mehr Studien das Gegenteil. Vor allem leichte Beschwerden lassen sich wunderbar mit Heilpflanzen behandeln.


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Carina J.
Über die Autorin: Carina J., Ökonerd

Seit ihrer Kindheit will Carina vor allem eins: Die Umwelt schützen. Zunächst wurde sie politisch aktiv, besuchte Seminare und schrieb ein Buch. Später verwirklichte sie einen Traum, der sie bis heute begleitet: Als selbstständige Texterin für nachhaltige Unternehmen macht sie mit ihrer größten Leidenschaft - dem Schreiben - die Welt jeden Tag ein kleines bisschen besser.

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