Keine Lust auf gar nichts? Woran das liegt – und was du tun kannst
Du sitzt auf dem Sofa und starrst an die Wand. „Jetzt mach endlich die Wäsche!“, flüstert die Stimme in deinem Kopf – doch dein Innerstes sträubt sich gegen jede Tätigkeit.
Willkommen in der Antriebslosigkeit: einen Zustand, der dich wahrscheinlich glauben lässt, er würde fortan für immer dein Leben bestimmen. Hier findest du fünf einfache Tipps mit denen du ganz sanft wieder in Schwung kommst.
Warum der Winter deinen Antrieb dämpft
Das schwindende Tageslicht schlägt bei vielen Menschen auf die Stimmung – weil sich die Schlafhormone nur schleppend abbauen, fühlst du dich ständig müde. Kälte und schlechtes Wetter verstärken den Rückzug zusätzlich.
Das ist ganz normal, doch leider machen sich die Belastungen des Alltags jetzt oft stärker bemerkbar: die Erschöpfung nach einem anstrengenden Jahr, Überforderung, ungelöste Konflikte oder offene Zukunftsfragen.
Plötzlich möchtest du nur noch auf dem Sofa liegen und irgendwann entlocken dir auch Alltagsherausforderungen wie der Wocheneinkauf ein genervtes Stöhnen.
Wie viele Betroffene ihre Lustlosigkeit verschlimmern
Antriebslosigkeit kann sich anfühlen, als würde dein Inneres erstarren. Gleichzeitig geht das Leben um dich herum weiter: Eigentlich solltest du Wäsche waschen, Mails beantworten, den Papierkram erledigen.
Genau diese Spannung ist schwer auszuhalten – deshalb versuchen wir oft, die Leistung zu erzwingen, die unser Körper uns versagt. Schließlich möchtest du dieser Phase schnell entkommen. Doch indem du dir Druck machst, verlängerst du sie meistens – denn der Kampf gegen deine eigenen Grenzen kostet zusätzlich Energie.

1. Gönne dir Ruhe
Schenke deinem Körper die Ruhe, nach der er lechzt – und zwar ohne schlechtes Gewissen („Eigentlich sollte ich ja…“). Es ist völlig okay, nach der Arbeit in Netflix zu versinken – solange du dich auf das Geschehen einlässt, statt nebenbei am Handy zu spielen.
Sollte sich dein innerer Widersacher jetzt empört an den Kopf fassen („Ich kann doch nicht einfach auf dem Sofa sitzen?!“) brauchst du ihm keinen Glauben schenken.
In unserer Leistungsgesellschaft gilt passive Erholung leider als Zeitverschwendung – dabei brauchen wir oft eine Phase der passiven Erholung, um überhaupt genug Kraft für aktive Erholung (Kreativität, Freunde, Vereine) aufzubauen.
Zwingst du dich sofort in die aktive Erholung, weil dir deine Hobbys „normalerweise doch Spaß machen“, überforderst du dein System möglicherweise. Druckgefühle statt Freude sind ein klares Warnzeichen, mit dem dein Körper nach Ruhe verlangt.
2. Strukturiere deinen Tag
Seit dein Wecker am Montag geklingelt hat, sehnst du dich nach dem Wochenende – doch kaum ist es da, musst du dich sogar zum Zähneputzen aufraffen?
Ohne Tagesstruktur verschlingt die Antriebslosigkeit dich mit Haut und Haar. Verteile deswegen gerne kleine Anker über den Tag hinweg – indem du zum Beispiel zu regelmäßigen Zeiten ins Bett gehst und aufstehst, eine einfache Morgenroutine ausprobierst, am Nachmittag spazieren gehst.
So kommst du ganz langsam wieder in Schwung oder verhinderst zumindest ein vollständiges Versacken in der Lustlosigkeit.

3. Nimm dir Zeit für echten Kontakt
Am liebsten möchtest du die Decke über den Kopf ziehen, bis die ersten Krokusse sprießen – doch gerade jetzt könnte dir echter Kontakt guttun. Hier darfst und solltest du jedoch wählerisch sein – manche Kontakte nähren, andere kosten Kraft.
Letztere dürfen weiterhin ruhen. Du erkennst sie daran, dass dein Inneres sich bei dem Gedanken an die jeweilige Person zusammenzieht. Nimm diese Signale ernst und wende dich lieber Menschen zu, bei denen du zumindest etwas Wärme spürst.
Für den Anfang genügen Sprachnachrichten oder ein kurzes Telefonat. So kannst du wohlige Verbundenheit genießen, ohne dich aus der Wohnung zu schleppen. Gut möglich, dass der Austausch dich wieder in Schwung bringt – denn Beziehungen wohnt eine Kraft inne, die wir in Phasen des Rückzugs unterschätzen.
4. Probiere neue Impulse und Reize aus
Zuhause kennst du jeden Winkel – hier erregt nichts mehr deine Aufmerksamkeit. Genau das kann jedoch wohltuend sein, weil hartnäckige Gedankenschleifen so aufbrechen und du eine Weile in der Gegenwart bleibst.
Es kann sich also lohnen, frische Eindrücke zu suchen – indem du zum Beispiel ein neues Café ausprobierst oder eine andere Route für deinen Spaziergang wählst.
Dosiere diese Reize jedoch vorsichtig und beobachte, wie dein System reagiert. Vermeide außerdem alles, was dich überfordern könnte: soziale Dauerbelastung, Entscheidungen, Leistungsanspruch oder eine anstrengende Anreise.

5. Gib deinem Körper genug Nährstoffe
Natürlich kann dein Körper nur optimal arbeiten, wenn er alle Nährstoffe bekommt. Doch gerade jetzt fällt es dir vielleicht besonders schwer, jeden Tag frisch und gesund zu kochen.
Nahrungsergänzungsmittel sind zwar kein Ersatz für eine abwechslungsreiche Ernährung, aber wenn dir dafür momentan der Antrieb fehlt, können sie eine gute Begleitung sein – vor allem Vitamin B12, das zu normalen psychischen Funktionen beiträgt, dein Nervensystem unterstützt und Müdigkeit sowie Ermüdung verringert.
Fazit: Raus aus der Antriebslosigkeit – mit Fürsorge statt Druck
Tiefe Antriebslosigkeit fühlt sich oft endgültig an, was sie besonders qualvoll macht: Sie lässt dich glauben, dass deine Hobbys dich nie wieder mit Freude erfüllen werden.
Doch auch wenn der innere Widerstand an manchen Tagen übermächtig wirkt, bist du ihm nicht ausgeliefert. Ruhe, sanfte Strukturen, echter Kontakt und neue Impulse bringen dich langsam wieder in Schwung. Behalte außerdem deine Nährstoffe im Blick: Gerade Vitamin B12 kann in solchen Phasen eine wichtige Rolle spielen.