Was bedeutet kaltgepresst? Pressung, Qualität & Lagerung

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vitalundfitmit100 GmbH 15.10.2026, 08:47 Uhr / Öle

Was steckt hinter den Angaben auf einer Ölflasche? Kaltpressung, Filtration und Raffination beschreiben unterschiedliche Verarbeitungsschritte. Wer ein Pflanzenöl auswählt, sollte außerdem seine Zusammensetzung, Verpackung und Lagerung berücksichtigen.

Wie funktioniert die Kaltpressung?

Eine Ölpresse übt Druck auf ölhaltige Samen, Kerne oder andere Pflanzenteile aus. Das austretende Öl wird aufgefangen; die festen Bestandteile bleiben als Presskuchen zurück. Bei der Kaltpressung steht eine schonende mechanische Verarbeitung im Vordergrund. Das gewonnene Öl durchläuft keine anschließende klassische Raffination.

Auch dabei kann sich die Presse erwärmen: Druck und Reibung erzeugen Wärme. Die tatsächliche Temperatur hängt unter anderem vom Ausgangsmaterial und der Einstellung der Anlage ab. „Kaltgepresst“ bedeutet deshalb nicht, dass der gesamte Vorgang ohne jede Erwärmung abläuft.

Temperaturangaben richtig einordnen: Für die Bezeichnung „erste Kaltpressung“ gelten bei nativem Olivenöl und nativem Olivenöl extra besondere EU-Vorgaben: unter 27 °C und erste mechanische Pressung mit einem traditionellen hydraulischen Presssystem. Diese spezielle Vorgabe ist keine allgemeine Temperaturgrenze für sämtliche Pflanzenöle.

Pressung, Extraktion und Raffination

Mechanisches Pressen gewinnt Öl durch Druck. Bei anderen Gewinnungsverfahren können beispielsweise Lösungsmittel zum Einsatz kommen. Die Raffination wiederum bezeichnet eine nachfolgende Aufbereitung: Verschiedene Schritte können Begleitstoffe entfernen und Geruch oder Geschmack verändern. Herstellung und spätere Behandlung sind daher getrennt zu betrachten.

Darf ein kaltgepresstes Öl gefiltert werden?

Nach dem Pressen können noch feine Pflanzenpartikel im Öl schweben. Absetzenlassen, Zentrifugieren oder Filtern helfen, diese zu entfernen. Ein gefiltertes Öl kann weiterhin kaltgepresst sein.

Trübung allein ist kein verlässlicher Qualitätsmaßstab. Eine Untersuchung an Hanföl verglich gefilterte und ungefilterte Proben während zwölf Wochen Lagerung. Die gefilterten Proben zeigten unter den untersuchten Bedingungen einen günstigeren Oxidationszustand. Daraus folgt jedoch keine pauschale Bewertung aller Öle: Auch Rohstoff, Filterverfahren und Lagerbedingungen spielen mit hinein.

Licht, Wärme und Luft: Worauf es bei der Lagerung ankommt

Vor Licht schützen

Licht kann Oxidationsprozesse fördern. Bewahre die Flasche lichtgeschützt auf; eine dunkle Verpackung kann zusätzlichen Schutz bieten.

Wärme vermeiden

Ein Platz neben Herd oder Heizung ist für empfindliche Öle ungünstig. Richte dich bei der Lagertemperatur nach den Angaben auf dem Etikett.

Gut verschließen

Beim Öffnen gelangt Luft in die Flasche. Verschließe sie nach der Verwendung und beachte die Hinweise zum Verbrauch nach dem Öffnen.

Schwarzkümmelöl: Herstellung und Frische zusammen betrachten

Schwarzkümmelöl mit Schwarzkümmelsamen und einer Schale Öl

Aus den Samen von Nigella sativa entsteht Schwarzkümmelöl. Sein Anteil mehrfach ungesättigter Fettsäuren macht den Umgang mit dem Öl besonders relevant.

Lagerungsuntersuchungen zeigen Veränderungen chemischer und sensorischer Merkmale über die Zeit. Eine schonende Gewinnung ist deshalb nur ein Teil der Qualität: Verpackung, Lagerdauer und Lagerbedingungen zählen ebenfalls.

Was können Laborwerte zeigen?

  • Peroxidzahl: erfasst bestimmte frühe Produkte der Fettoxidation.
  • Säurezahl: gibt Hinweise auf den Gehalt freier Fettsäuren.
  • Fettsäureprofil: beschreibt die Zusammensetzung des Fettes.
  • Thymochinon: gehört zu den charakteristischen Inhaltsstoffen von Schwarzkümmel.
  • Sensorik: untersucht unter anderem Geruch und Geschmack.

Diese Merkmale ergänzen sich. Ein einzelner Messwert reicht nicht aus, um ein Öl umfassend zu beurteilen. Ergebnisse müssen zur jeweiligen Ölart, Untersuchungsmethode und geltenden Bewertung passen.

Kokosöl besitzt eine andere Fettzusammensetzung

Glas mit nativem Bio-Kokosöl neben einer geöffneten Kokosnuss

Kokosöl enthält überwiegend gesättigte Fettsäuren. Seine Eigenschaften unterscheiden sich deshalb von denen vieler Samenöle mit einem hohen Anteil mehrfach ungesättigter Fettsäuren.

Auch bei nativem Kokosöl lohnt sich der Blick auf Rohstoff, Verarbeitung, Geruch und Geschmack. Beachte die produktspezifischen Lagerhinweise: „kühl lagern“ bedeutet nicht bei jedem Öl automatisch „in den Kühlschrank stellen“.

MCT-Öl: eine gezielt zusammengesetzte Fettfraktion

Flasche Bio-MCT-Öl neben einer Glasschale mit Öl

MCT steht für Medium Chain Triglycerides, auf Deutsch mittelkettige Triglyceride. Bei solchen Ölen stehen ausgewählte Fettbestandteile im Mittelpunkt, häufig C8 und C10.

Ein MCT-Öl aus Kokosfett ist daher von gewöhnlichem nativem Kokosöl zu unterscheiden. Entscheidend sind die ausgewiesene Zusammensetzung und das beschriebene Herstellungsverfahren.

Woran lässt sich Ölqualität erkennen?

Betrachte das Gesamtbild: Woher stammt der Rohstoff? Wie wurde er verarbeitet? Welche Untersuchungen liegen vor? Wie schützt die Verpackung das Öl? Und wie wird es nach dem Öffnen aufbewahrt? Diese Fragen helfen mehr als eine einzelne auffällige Angabe auf der Flasche.

Fazit

Kaltpressung beschreibt einen wichtigen Herstellungsschritt. Gute Qualität entsteht aber entlang des gesamten Weges vom Ausgangsmaterial bis zur Verwendung. Wähle ein Öl passend zu deinem Zweck und bewahre es nach den Herstellerangaben auf.


Quellen und weiterführende Literatur